Pressroste und Pressplatten für Obstpressen
In dieser Kategorie haben wir mehrere Varianten Pressroste bzw. Pressplatten für Obstpressen (Packpressen und Korbpressen) zusammengestellt. Alle Varianten haben Vor- und Nachteile, tragen aber immer zu einer deutlichen Effizienzsteigerung beim Saftpressen bei. Während der klassische Pressrost als Zwischenlage bei Packpressen allgemein bekannt ist, sieht es bei den Halbmonden als Zwischenlage für die Korbpressen schon anders aus. Häufig wird bei Korbpressen noch mit nur einem Presssack gepresst, was sowohl von der Saftausbeute als auch vom Zeitaufwand her nicht optimal ist. Wir haben nach langem Suchen Hersteller gefunden, die für uns auf Bestellung und auch nach Maß produzieren. Daher ist zu beachten, dass die Lieferzeiten etwas länger sind.
Alle Details finden Sie unter den Produkten.
Alle Details finden Sie unter den Produkten.
1 bis 1 (von insgesamt 1)
Grundlagen des Saftpressens
Der wichtigste Punkt beim Saftpressen in der Hausmosterei mit einer Korb- oder Packpresse ist, wie der Saftablauf aus der Maische optimal gestaltet werden kann. Wir beziehen uns bei den folgenden Ausführungen auf eigene Testergebnisse und die zahllosen Versuche des unbestrittenen Meisters der Hausmosterei, Winfried Marquardt. Letzterer hatte bis zu seinem Tod ein enormes Wissen zu allen Aspekten der Hausmosterei zusammengetragen und so aufbereitet, dass es noch für Generationen wertvolle Erkenntnisse liefern kann.Die Grundfrage beim Obstpressen lautet: Wo findet der Saftablauf überhaupt statt? Hier decken sich unsere Ergebnisse von der Optimierung der Korbpressen mit denen von Winfried Marquardt: Der Saftablauf erfolgt immer über das Presstuch bzw. den Presssack, und nicht über die Zwischenlagen. Folglich können die Zwischenlagen, egal ob Halbmonde in der Korbpresse oder Pressplatten in der Packpresse, tatsächlich komplett glatt und massiv ausgeführt werden. Viel wichtiger ist, dass genug Gewebe den Saftablauf ermöglicht, weshalb man Presstücher und -säcke eher etwas größer als nötig wählt.
Ein weitere Frage ist bei Packpressen die Stabilität des Pressgutes. Trägt eine strukturierte Zwischenlage (Nuten, Roststruktur) durch die Verzahnung des Gewebes mit der Zwischenlage speziell bei Packpressen zu einer besseren Stabilität des Maischestapels bei? Hier gibt es klares "Nein". Strukturierte Zwischenlagen erhöhen weder den Saftablauf, noch die Stabilität des Maischestapels. Das seitliche Wegschwimmen der Maische unter Druck kann effektiv durch langsames Anpressen und möglichst frisches Pressgut vermieden werden, eine gerade Stapelung vor Pressbeginn vorausgesetzt. Matschige Maischen aus überreifem oder ungeeignetem Obst und schnelles Anpressen lassen die Maischestapel selbst bei Verwendung von Rosten aus Akazienholz wegschwimmen. Hier ist natürlich die Korbpresse grundsätzlich im Vorteil, da die Zwischenlagen im Korb geführt werden.
Vergleich der verschiedenen Varianten von Zwischenlagen für das Saftpressen
1. Pressplatten aus Edelstahl für Packpressen
Folgende Fotos zeigen sehr gut, wie ein perfektes Saftpressen mit Pressblechen aus Edelstahl auf der Packpresse aussehen kann:

Nutzung der Bilder mit freundlicher Genehmigung von Marianne Marquardt, Reinbeker Hobbymosterei
Vorteile der Pressbleche aus Edelstahl
- perfekte Hygiene durch besonders glatte, feuchtigkeitsabweisende Oberfläche, somit einfaches Waschen und Trocknen
- durch geringe Dicke der Bleche auf der Packpresse ein bis zwei Lagen Maische mehr möglich
- jede Größe durch Zuschnitt mit Laser herstellbar
- Haltbarkeit: bei schonender Behandlung (kein Verbiegen) ewig
Nachteile der Pressbleche aus Edelstahl
- hohes Gewicht, bei Blechgröße 1.000 x 1.000 mm gut 15 kg pro Blech => Handhabung mit 2 Mitarbeitern ab ca. 800 x 800 mm
Tipps für den Anwender: Auf die Wanne der Packpresse wird zuerst ein Pressrost aus Akazienholz aufgelegt, auf diesen dann das erste Pressblech. Dadurch liegt die unterste Schicht Maische nicht im ablaufenden Saft und wird besser gepresst. Die Presstücher werden für einen optimalen Saftablauf wie folgt dimensioniert: Länge und Breite der Pressplatte x 2 - 10 cm. Wenn die Pressplatte 50 x 50 cm groß ist, nimmt man also ein Presstuch von 90 x 90 cm.
Bei der Frage, ob die Pressbleche wegen erhöhter Korrosionsbeständigkeit nicht besser aus V4A - Edelstahl gefertigt werden sollten, gibt es kontroverse Meinungen. Grundsätzlich kommen sie immer nur kurz mit der Fruchtsäure in Berührung, was für den Einsatz des deutlich günstigeren Edelstahls V2A spricht. Für V4A ist vom nahezu doppelten Preis auszugehen, was für viele Kunden zu teuer ist. Auf Anfrage bieten wir Pressbleche in V4A an, jedoch nur, wenn eine komplette Packpresse neu ausgestattet wird.
2. Pressplatten für Packpressen aus Polyethylen
Die Pressplatten aus Kunststoff haben grundsätzlich ähnliche Vorteile wie jene aus Edelstahl:- perfekte Hygiene durch besonders glatte, feuchtigkeitsabweisende Oberfläche, somit einfaches Waschen und Trocknen
- jede Größe durch Fräsen herstellbar
- lebensmittelechter Kunststoff hoher Dichte mit hoher Schneid-, Schlag- und Abriebfestigkeit
- Haltbarkeit: bei schonender Behandlung sehr lang
Nachteile der Pressplatten aus Kunststoff
- bei gleicher Abmessung ähnlich hohes Gewicht wie Edelstahl wegen größerer Dicke, Handhabung mit 2 Mitarbeitern ab ca. 1.000 x 1.000 mm
- mit 10 mm Dicke auf Packpresse etwa gleichviele Maischeschichten wie mit Holzrost, aber weniger als mit Edelstahlblech
Tipps für den Anwender: Auf die Wanne der Packpresse wird zuerst ein Pressrost aus Akazienholz aufgelegt, auf diesen dann die erste Pressplatte. Dadurch liegt die unterste Schicht Maische nicht im ablaufenden Saft und wird besser gepresst. Die Presstücher werden für einen optimalen Saftablauf wie folgt dimensioniert: Länge und Breite der Pressplatte x 2 - 10 cm. Wenn die Pressplatte 50 x 50 cm groß ist, nimmt man also ein Presstuch von 90 x 90 cm.
3. Pressroste für Packpressen aus Akazienholz
Die Pressroste aus Akazienholz sind der Klassiker unter den Zwischenlagen, sowohl in der Korb- als auch in der Packpresse. Im Gegensatz zu glatten Blechen bzw. Platten haben wir hier eine strukturierte Oberfläche mit Durchbrüchen.Vorteile der Pressroste aus Akazienholz
- niedriges Gewicht (bei 1.000 x 1.000 mm ca. 7 kg, somit Handhabung mit einer Person möglich)
- natürliches Material (Was durchaus ein Argument für die Verwendung ist.)
- hohe Flexibilität des Holzes bei Verbiegung, dadurch niedrige Bruchneigung
Nachteile der Pressroste aus Akazienholz
- nicht feuchtigkeitsabweisend, gute Trocknung nach dem Pressen und der Säuberung ist Pflicht
- aufwendigere Reinigung wegen Roststruktur mit Durchbrüchen => meist Einsatz Hochdruckreiniger, dadurch Belastung der Faserstruktur
- gegenüber Platten bzw. Blechen niedrigere Haltbarkeit, bei intensiver Nutzung (Lohnmosterei) ca. 5 Jahre, sonst aber länger
- Trester nach Pressung fester mit Presstuch verbunden, dadurch schwierigere Entfernung der Trester und damit höherer Zeitaufwand
4. Halbmonde aus Polyethylen für Korbpressen
Ein besonderes Anliegen ist für uns, die Pressleistung von klassischen Korbpressen, sowohl mit Spindel von unten als auch von oben (Rahmenpressen), durch den Einsatz von sogenannten Halbmonden deutlich zu steigern. Hier weichen wir von der Meinung von Winfried Marquardt ab. Er setzte in der Korbpresse nur einen Presssack und in diesem Zwischenlagen aus grobem Teppichboden als Drainageschicht ein. Den Saftablauf konnte er so verbessern, die Pressgeschwindigkeit aber nicht wesentlich. Dies hängt mit der Gesamthöhe der Maischeschicht zusammen, welche sich umso besser pressen lässt, je dünner sie ist. Man muss aber nicht die Maischehöhe von ca. 6 cm von der Packpresse als Vorbild nehmen, sondern man geht auf ca. 15 bis maximal 20 cm pro Presssack, weil die Maische den Korb als Stabilisierung hat, womit sie gerade nach unten geführt wird und nicht seitlich ausweichen kann. Im Ergebnis kann man in einer großen Korbpresse die Presszeit von ca. 30 Minuten auf ca. 5 Minuten verkürzen!Material für die Halbmonde: Holz, Kunststoff oder Edelstahl, mit oder ohne Struktur?
Für die Oberfläche der Halbmonde gilt dergleiche Ansatz wie bei der Packpresse: Glatt und ohne Durchbrüche. Beim Material scheidet Edelstahl aus, weil es zwischen den Halbmonden und dem Korb praktisch immer einen Spalt gibt, in welchen sich der Pressack hineinzieht. Edelstahlblech ist zu scharfkantig und würde den Presssack beschädigen. Holz ist immer möglich, muss aber ordentlich getrocknet werden und sollte als Zwischenlage um die 20 mm stark sein. Deshalb haben wir uns für glatte Halbmonde aus Polyethylen mit verrundeten Kanten entschieden. Hier reichen 10 mm Dicke aus, Waschen und Trocknung sind kein Problem. Wenn sich nach dem Kauf von Halbmonden aus Kunststoff herausstellt, dass der Presskorb zu unrund ist, lassen sie sich zudem problemlos nachbearbeiten, z. B. mit einer Säge oder Raspel.
Halbrunde Bohrung in der Mitte des Halbmondes - warum?
Diese Bohrung ermöglicht den Einsatz des Halbmondes auch in Korbpressen mit Spindel von unten. Bei Rahmenpressen ist sie nützlich, weil man den Halbmond nach dem Pressen im Korb besser ankippen und herausheben kann, denn man sollte nicht unterschätzen, wie fest dieser aufliegt.